80 Seemeilen

Am Vormittag sind wir in Richtung Wesermündung gefahren, denn wir wollten mal in aller Ruhe und ohne die Strömung der Weser die Segel setzen und probieren, wie sich das Schiff verhält, wenn alle drei Tücher im Wind flattern. Vorhergesagt war für die Deutsche Bucht ein Wind von ca. 5, strichweise bis 6. Im südlichen Teil etwas weniger – also eigentlich ideales Segelwetter.

Gefühlt hatten wir kaum Wind, die Segel blähten sich zwar auf, aber viel Kraft zerrte nicht an ihnen. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von 3,5 Knoten fuhren wir zurück in Richtung Bremerhaven.
Vielleicht hätte man mit der richtigen Segeltrimmung noch mehr erreichen können, aber für den ersten Versuch war's schon relativ befriedigend.

Zurück kamen wir erst in der Dunkelheit. Es war diesig und hat geregnet und kurz vor Vegesack hatten wir plötzlich ein paar Positionslichter hinter uns: Die Balticborg hatte uns eingeholt. Normalerweise habe ich keine Panik bei solchen Begegnungen, aber aufgrund der Umstände war's schon sehr aufregend.

Zurück im Heimathafen folgte eine technische Überraschung: Der Anlasser des Motors lief und lief und lief und das offenbar schon seit längerer Zeit. Der Anlasser glühte förmlich, Ölreste verdampften sogar schon. Offenbar hat er keinen Schaden genommen, aber was war die Ursache dafür? Ob das Zündschloss defekt ist? Hoffe ich derzeit, denn das wäre die am einfachsten zu lösende Ursache.

Auf der Außenweser pflügten wir durch die Gischt:


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