Kühlwasser und Abgase

Nach der Tankreinigung hatten wir heute einen 20-Liter-Kanister frischen Diesel zum Boot gebracht und in den Steuerbord-Tank gefüllt. Mit unserem vor vielen Jahren gebauten Betankungssystem war der Inhalt des roten Kanisters flott umgefüllt.

Danach haben wir den Motor mal eine Weile tuckern lassen, auch mit höherer Drehzahl. Der alte Sprit in den Treibstoffleitungen sollte dabei durch den neuen Diesel ersetzt worden sein. Alles lief super und Probleme mit verstopften Leitungen oder Filtern wird es wohl nun auch zukünftig nicht geben. Da können wir demnächst mal ganz entspannt auf die erste Ausfahrt gehen. Bis dahin müssen aber noch die beiden Löcher für die Tankgeber in den Tanks verschlossen werden. Vorzugsweise mit den Tankgebern, die sind schließlich nicht nur zum Spaß da eingebaut. ;-)

Wie bei anderen Booten auch wird bei unserer Nauticat das Abgas aus dem Motor zusammen mit dem Kühlwasser ausgestoßen:



Tringa bei trübem Wetter

Hallo Tringa. Eigentlich wollten wir ja mehr Zeit in diesem Sommer auf und bei dir verbringen, aber der Dauerregen und das Problem mit den undichten Fenstergummis verhagelt uns da gewaltig die Freude.

Leider können wir auch nichts gegen das Problem mit den Fenstern unternehmen. Dazu müsste es mal wenigstens ein paar Tage am Stück warm und trocken sein, aber bei den seit drei Wochen ungelogen täglichen Regenereignissen brauchen wir die Dichtmasse gar nicht erst auszupacken …



Geo Explorer in der Lesum

Das neueste Vermessungsboot der Geogroup, die Geo Explorer fuhr heute stundenlang in der Lesum rauf und runter.

Die erste Begegnung heute Morgen, ich war gerade mit den Leuten von der Tankreinigungsfirma angekommen, war recht ruppig. Mit einem Abstand von gefühlt nur einem Meter war die Geo Explorer an den an ihren Stegen liegenden Booten vorbeigerauscht. Ich wollte erst unflätige Bemerkungen hinterherrufen, da fiel mir das gelbe Blinklicht neben dem Topplicht auf und ich dachte mir gleich, dass das nicht nur irgendwelche rüpelhaften Sportskipper sind, sondern dass da irgendjemand seine Arbeit verrichtet.

Okay, entschuldigt. Allen anderen hätte ich einen Schäkel hinterhergeworfen. :-P



Die große Tankreinigung

Heute fand nun endlich die lange geplante Reinigung der beiden Dieseltanks statt.

Zur großen Überraschung haben wir keine klassische Dieselpest in den Tanks gehabt. Wie diese schwarze Masse genau heißt, die da alles verkrustet hat, konnte mir der Fachmann nicht sagen. Das Zeug entsteht bei altem Diesel durch die darin enthaltenen Asphaltene, erklärte er mir. Keine Ahnung, ob das so richtig ist, ich bin kein Chemiker. Das Zeug verbindet sich irgendwann zu diesem schwarzen Glibber, der sich wie Bitumen verhält, genauso aussieht und nicht weniger klebrig ist – und sich genau deswegen nur sehr, sehr mühsam entfernen lässt, dazu aber unten mehr.

Zunächst wurde das Equipment auf den Steg gebracht: Fässer, eine Pumpe mit langem Schlauch, diverse Werkzeugkoffer und ein großer Industriesauger.



Dann wurden zuerst die noch in den Tanks verbliebenen Reste abgesaugt. Ich hatte mich auf eindringlichen Rat dazu entschieden, den alten Diesel entsorgen zu lassen und nicht gefiltert wieder in die Tanks zurückpumpen zu lassen .



In den Stahltanks der Nauticat 33 befinden sich jeweils zwei Schwallbleche. Die dadurch gebildeten Kammern brauchen zur Reinigung jeweils eine eigene Öffnung und, warum sollte es auch einfach sein, für zwei dieser Öffnungen mussten wir die vorhandenen Halterungen der Tanks entfernen. Das sieht jetzt nicht mehr so ganz original aus, lässt sich aber mit jeweils zwei Flachverbindern und ein paar Schrauben vollkommen problemlos wieder befestigen:



Anschließend wurden mit einer großen Lochsäge die drei Löcher in die Oberseiten der Tanks geschnitten:



Dass dabei Metallspäne abfielen und auch im Tank landeten, wirkte im ersten Moment sonderbar, war aber vollkommen egal. Schließlich sollten die Tanks erst noch gereinigt werden und die paar Späne würden neben vielen anderen Sachen später im Sauger landen …



So sieht der Backbord-Tank mit den drei neuen Löchern aus. In das kleine Loch dazwischen kommt der Tankgeber, die werde ich aber selber noch mit Aceton zu reinigen versuchen. Oder gegen neue austauschen, aber die Entscheidung ist aktuell nicht so wichtig. Der genaue Füllstand der Tanks spielt derzeit und für die paar uns bevorstehenden kleineren Fahrten noch keine große Rolle.



Nachdem wir Einblick in die Tanks hatten, folgte die große Überraschung: Die beiden Tanks von diesem Bitumen-Glibber schwarz gefärbt. Der Dieseltank auf der Steuerbordseite sah dabei noch schlimmer aus, als der andere. Man hatte das Gefühl, direkt in einen Asphaltkocher zu blicken:



Der Großteil dieser schwarzen Masse wurde mit klassischer Handarbeit herausgeholt. Im Tank auf der rechten Schiffsseite sollen sich etwa 20 kg davon befunden haben. Mit Spachteln ging es den Schichten und Klumpen an den Leib.



Zwischenstand, man sieht schon wieder Metall:



Der Backbord-Tank ist schon sauber. Dieser war auch erstaunlicherweise weniger stark verschmutzt. Was jetzt noch auf dem Bild an dunklen Spuren zu sehen ist, sitzt im Metall und lässt sich nicht weiter entfernen. Da könnte man beispielsweise mit einem Sandstrahlgerät weiterkommen, aber wirklich wichtig ist das eigentlich nicht. Immerhin ist die ganze Technik rund 50 Jahre alt …



Die extremen Verkrustungen im Tank auf der Steuerbord-Seite ließen sich leider nicht restlos entfernen. Obwohl die beiden Fachmänner da wortwörtlich stundenlang herumgeschabt haben, befinden sich noch teilweise erhebliche Reste dieser steinharten Masse im Tank. Ich soll mir jedoch keine Sorgen machen, denn wenn sich das Zeugs so nicht ablösen ließ, wird es auch nicht später mal unerwartet das Treibstoffsystem verstopfen.





Nach getaner Reinigung wurden die sechs neuen Löcher mit Deckeln verschlossen, die sich für zukünftige Reinigungs- und Revisionsarbeiten mit einem Schraubverschluss wieder öffnen lassen. Da können wir uns zukünftig deutlich einfacher und damit regelmäßig, vielleicht immer einmal zum Saisonende, vom Zustand des Tankinneren überzeugen.

Auf jeden Fall werden wir in den nächsten Tagen mal paar Kanister frischen Diesel zum Boot bringen und dann endlich mal die langersehnten ersten Runden drehen. Falls uns dieser tolle Hochsommer mal ein paar regenfreie Tage beschert …



Fischereihafen Port Artisanal in Nouadhibou / Mauretanien

Der Fischereihafen Port Artisanal in Nouadhibou, Mauretanien (Google Maps Link) dürfte für außenstehende Bootsleute ein Albtraum sein. Ich denke, dass die Leute dort mit den Gegebenheiten klarkommen und sich entsprechend hinsichtlich ihrer Liegeplätze arrangiert haben – aber dagegen sind ja sogar die Päckchen auf Helgoland, bei denen durchaus mal ein Dutzend Boote aneinandergebunden werden, noch harmlos.

Hier gibt es einen ausführlichen Artikel darüber mit vielen Fotos.

Wer da nahe am Ufer liegt und "mal eben schnell" weg möchte, hat auf jeden Fall verloren:



(Screenshot: Google Maps)

Riss neben der linken Frontscheibe

Nach den Rissen in den Zierleisten ist mir nun auch ein Riss im Bereich der linken Frontscheibe aufgefallen. Ist der schon immer gewesen und wir haben die Stelle in den vielen Jahren mit geschliffen und auch sauber gestrichen? Oder ist der Riss erst neu entstanden?

Nach den Stellen an den Zierleisten entwickelt man da ja eine gewisse Paranoia, das muss ich ja zugeben. Wir werden die Sache auf jeden Fall beobachten. :-O



Das Dachfenster-Aquarium (2)

Wir hatten die Tage vor dem vergangenen Wochenende genutzt, das Dachfenster noch einmal sauber mit Silikon zu versiegeln. Nun haben wir zwar immer noch ein Aquarium, wenn es regnet, aber das Wasser läuft nicht mehr von oben in den Decksalon.

Als nächsten Schritt sollten wir links und rechts in den Rahmen die im verlinkten Beitrag schon angedeuteten Abflüsse installieren. Aber auch dazu sollte es wenigstens mal ein paar Trage trocken sein, damit wir die Schnittstellen hinterher wieder versiegeln können und nicht die Feuchtigkeit ins Holz des Rahmens eindringen kann.



Cpt. Tolley's und sein Versagen im Regen

Captain Tolley’s ist eine ziemlich coole Dichtmasse, mit der sich hauchdünne Risse und Spalten abdichten lassen. Das Mittel ist dünn wie Wasser und zieht sich durch die Kapillarwirkung bis tief in die Ritzen hinein und härtet dort aus. Wenn also irgendwo winzige Undichtigkeiten sind – absolute Empfehlung!

Wir hatten nun vor dem vergangenen Wochenende die glorreiche Idee, die Zwischenräume zwischen unseren Fensterscheiben und den Fenstergummis ebenfalls mit Captain Tolley's zu versiegeln. Das hätte bestimmt auch im Ansatz funktioniert, aber von der Masse war so viel in die Hohlräume gelaufen, dass sie nicht in kurzer Zeit ausgehärtet war.



Das war unsere Theorie dazu.

In der Praxis sah es so aus: Der Regen kam und der Regen spülte das Mittelchen wieder aus den Hohlräumen heraus. In vielen weißen Rinnsalen tropfte es auf der Innenseite unserer Fenster in die bereitgelegten Tücher.



Es war ein Versuch. Da sich aber teilweise mehrere Millimeter Luft zwischen Fensterscheibe und Gummiprofil befinden, bräuchte es sehr viel von dem relativ teuren Dichtmittel. Ob es dann noch aushärtet, laut Anleitung ist Captain Tolley für Risse bis maximal 1 mm Breite geeignet, bleibt das große Fragezeichen. In Anbetracht des Preises möchte ich es nicht einfach ausprobieren.

Viel besser geeignet wird Sikaflex-295 sein, mit dem wir das Projekt "Fenster dicht!" in den nächsten Tagen erneut in Angriff nehmen werden.

Noch mehr Wasser

Nicht nur heute, sondern vor allem auch am vergangenen Wochenende gab es mal wieder viel Regen. Letze Woche gepaart mit Sturmböen und Gewitter. Wir waren bei uns im Boot am Anleger und haben nach einem bis dahin schönen Tag die Entwicklung mit Sorge beobachtet:



Gut, dass wir an Bord waren und unser gesamtes Arsenal an Küchenrollen, Lappen und Handtüchern unter den Fenstern drapieren konnten.







Leider war uns entgangen, dass unbemerkt eine große Menge Wasser hinter unserem Bettzeug auf die Matratze floss. Der Abend war als gelaufen und wir fuhren nach Hause, nachdem alles so weit gesichert war.



Die Enttäuschung war natürlich bitter. Auch von anderen Nauticat-Eignern weiß ich inzwischen, dass die Fenster mit den Klemmgummis nie wirklich zu 100% dicht sind, aber dass durch mehr als die Hälfte unserer neu eingebauten Fenster das Wasser kommt, teilweise in erheblicher Menge, und live dabei zusehen zu dürfen, ist schon wirklich böse.

Wir haben uns jetzt spezielle Dichtmasse zur Verwendung an Fenstern gekauft und werden in den nächsten Tagen, wenn es mal länger als eine Stunde trocken ist, die kompletten Fenstergummis mit dem Holzaufbau verkleben. In einem zweiten Schritt werden wir die Scheiben mit den Gummis verkleben. Das ist dann alles zwar wieder im Grunde wie vor unserem großen Refit und nicht mehr "mal eben schnell" auseinanderzubauen, aber dass hier ständig das Wasser eindringt, ist sicherlich langfristig das deutlich größere Übel.

Unsere verwendeten Farben

Bei den verwendeten Farben, System und Herstellern scheiden sich bekanntlich die Geister. Wir haben ganz hervorragende Erfahrungen mit den Materialien von Hempel gemacht. Aber sicherlich gibt es jetzt Leute, die bei Hempel den Kopf schütteln und auf die Farben von Epifanes schwören. Von letzteren hatten wir mal einen weißen Lack, mit dem wir das Vordeck gestrichen haben, mit dem wir überhaupt nicht glücklich geworden sind. Aber wenn die Geschmäcker nicht verschieden wäre, wäre das Leben ja ziemlich trist. :-)

Für den Holzaufbau haben wir verschiedene Anstriche verwendet:

1. "2-K Epoxy-Sealer", eine 2-Komponenten-Versiegelung, die wir auf das nackte Holz aufgetragen hatten. Durch den Sealer werden die Poren geschlossen und es bildet sich eine gute Grundlage für den eigentlichen Lack. Dieser war:

2. "1-K Hochglanz-Klarlack Dura-Gloss Varnish", ein Urethan-Alkydharz-Klarlack mit hochglänzender Oberfläche. Der Lack ist Wasserbeständig und enthält tatsächlich einen UV-Schutz. In fünf Schichten hatten wir den Lack aufgetragen. Die erste mit 20 % Verdünner, die zweite mit 10 % und die restlichen drei Lagen sind mit dem unverdünnten Lack aufgetragen worden. Das Ergebnis sieht wirklich umwerfend gut aus!

Das dritte Produkt von Hempel ist der:

3. "1-K Hochglanz-Bootslack Brilliant Gloss" im Farbton "Pure White". Mit diesem hochweißen Lack haben wir das Vordeck und die Innenseiten der Schanz neu gestrichen. Deckt super, ließ sich super verarbeiten und ist beständig gegen Salzwasser – also alles super.

Wir würden diese Farben uneingeschränkt weiterempfehlen.

Und für so viel Werbung können die Hempels mal den nächsten Anstrich spendieren. :-P

Wasserschaden an Gardine

Unsere schönen neuen Gardinen haben Kontakt zu einem der Handtücher gehabt, mit denen wir das durch die Fensterdichtungen tropfende Wasser auffangen wollen.

Prompt hat sich der Stoff verfärbt und ich glaube auch nicht, dass man das wieder rausbekommen kann. Es ist ein Elend, aber da müssen wir wohl in dieser Saison durch … :-(



Besuch bei Niedrigwasser

Da kommt man zur Werft und muss sein Boot erstmal suchen. Der Wasserstand in der Lesum war so niedrig, dass wir uns auf der Brücke zum Anleger sogar am Geländer festhalten mussten, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.

Wenn man genau hinguckt, kann man in der Bildmitte die Tringa erkennen. :-D



Großherzogin Elisabeth auf der Weser

Die Großherzogin Elisabeth ist dreimastiger Gaffelschoner mit Heimathafen Elsfleth an der Unterweser und ist vor ein paar Tagen die Weser stromabwärts getuckert. Dabei war sie so langsam, dass ich sie mit dem Fahrrad auf wenigen Kilometern erst einholen, dann überholen und schließlich noch abhängen konnte.

Schade, dass dieses inzwischen über 110 Jahre alte Schiff so einen verranzten Eindruck macht. Die vielen Roststellen am Rumpf lassen dieses über 60 Meter lange Schiff wie auf dem Weg zum Abwracken wirken … :-(



Regen, Regen, Regen!

Dass unser Teakdeck nicht undicht ist, wissen wir ja inzwischen. Dennoch frustriert dieses Wetter. Wir haben uns auf einen schönen Sommer gefreut, auf die ersten Wochen auf dem Boot nach der viel zu langen Hallensaison – und nun? Regen, Regen, Regen! Quasi täglich. Es ist wirklich frustrierend.

Den Ärger mit den undichten Fenstergummis gibt es noch kostenlos dazu …



Unser Baby im Wasser

Es ist immer wieder eine Freude für uns, das mühsam überarbeitete Holz vom Decksalon und der Reling in seinem "Honigton" leuchten zu sehen.

In dieser Saison ist das alles noch Weichspülprogramm, da ist unser Boot mehr Wochenendhaus als ein Fahrzeug, aber im nächstes Jahr soll das schon wieder anders werden. :-)



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