Immer wieder begeistert sind wir bei unserem Boot von der "schiffigen" Form. Der Bug, der eher an einen Ozeanliner als an eine klassische Segelyacht erinnert, gibt der Tringa eine epische Linie. Steht sicherlich nicht jeder drauf, aber das ist einer der Aspekte, die wir an unserem Baby so lieben:
Endlich Ferien, in den nächsten Wochen werden wir wohl mehr Zeit auf dem Boot verbringen. Wenngleich immer noch nicht fahrend – da müssen wir leider erst noch auf die Tankreinigung Ende des Monats warten.
Ich glaube, die stolzen Schnappschüsse werden in der nächsten Saison weniger werden. Wenn dann alles zur Normalität wird und wir uns nicht mehr resigniert damit abfinden müssen, in der staubigen Werfthalle zu versauern …
Wir genießen einfach jeden Augenblick, den wir nach so langer Zeit endlich wieder auf unserem Boot verbringen können. Etwas Stolz auf das Ergebnis der vielen, vielen Arbeit sei uns bitte gegönnt.
Wenn man zu Hause ist, lebt es sich hinsichtlich des Umgangs mit Abfällen meistens recht routiniert: Bio-Müll auf den Komposthaufen oder die entsprechende Tonne. Verpackungen kommen in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. Altpapier und Altglas in die entsprechenden Sammelbehälter und Restmüll kommt zur Müllabfuhr.
Auf so einem Boot ist das gar nicht so leicht; oder vielleicht fehlt uns auch einfach nur die Routine. Wir haben mit vier Leuten an Bord gefrühstückt. Einen Teil der Vorräte hatten wir im Kühlschrank und in den Schapps der Pantry bereits auf dem Boot, den anderen Teil haben wir am Vorabend noch spontan von zu Hause mitgebracht.
Selbst auf dem Wasser verfolgt einen die Problematik mit den Abfällen. Der Vorbesitzer, von dem wir das Boot gekauft hatten, hat es aus seiner Sicht ganz pragmatisch gemacht: Bananenschale? Ins Meer werfen. Das ist ja noch okay. Leere Saftpackung? Ins Meer werfen. Das fand ich überhaupt nicht okay, aber einen Achtzigjährigen wollte ich auch nicht mehr hinsichtlich des Umgangs mit dem Planeten belehren. Aber so wollen wir natürlich nicht enden, also wird alles gesammelt.
Zurück zum Frühstück: Selbst da bleibt einiges übrig: Ein im Ofen verbranntes Brötchen, eine leere Milchpackung, leere Wurst- und Käse-Verpackungen, eine leere Saftflasche aus Glas, verschmutze Küchentücher. An Bord haben wir kein Arsenal an kleinen Tonnen, in denen man die gewohnte Mülltrennung fortsetzen könnte, also ist alles in einem Müllbeutel gelandet, den wir zu Hause dann wieder mit spitzen Fingern auseinandergenommen hatten.
So ganz glücklich bin ich damit noch nicht, aber vielleicht fällt uns dazu ja noch mal irgendwann eine praktische Lösung ein …
Vom Decksalon kommt man durch eine kleine Treppe runter zur Pantry. Da sich dort unten auf dem Tisch der Dinette auch eine der wichtigen Schlafmöglichkeiten auf dem Boot befindet, wäre ein Sichtschutz schön. Und morgens ein Sonnenschutz. Drei Nächte haben wir inzwischen dort verbracht, dreimal sind wir früh morgens durch gleißend helles Sonnenlicht aus dem Schlaf gerissen worden. Da man derzeit nur von der Wasserseite aus dort hineinsehen kann, hatten wir zum Glück noch keine (unfreiwilligen) Beobachter.
Pierre, der Vorbesitzer der Tringa, hatte damals ein Stück Stoff, das sich als Sicht- und Sonnenschutz mit ein paar Druckknöpfen oben und an den Seiten links und rechts an der Einfassung des Niedergangs befestigen ließ. Eigentlich sollten wir dieses Tuch mit dem Boot bekommen haben, aber es ist nirgends aufzufinden. Nirgends in einer der Kisten auf dem Boot und auch nicht mit dem restlichen Material bei uns in der Lagerhalle. Entweder haben wir es nie bekommen, es ist verschwunden oder tarnt sich einfach nur unglaublich gut.
Also wird die Meisterin an der Nähmaschine, aka meine Frau, da etwas kreieren. Ob noch in dieser Saison oder ob das eine Aufgabe für das nächste Winterlager wird, können wir jetzt jedoch noch nicht sagen. Ganz persönlich und für die nächste Nacht an Bord: So schnell es geht.
Als wir die Tringa bekommen haben, hingen an jedem oder fast jedem der unteren Fenster kleine Gardinen aus einer Art Tüll. Diese Gardinen waren schon ganz steif und vergilbt und gefielen uns überhaupt nicht. Da es ganz ohne Sichtschutz aber auch blöde ist, vor allem, wenn am Anleger mehr Leute unterwegs sind als bei uns in der Werft, hängen nun an sämtliche Scheiben neue Vorhänge aus einem Stoff in neutralem Farbton. Schön, und sie befinden sich nun an allen bis auf das ohnehin aus einer undurchsichtigen Scheibe bestehende Toilettenfenster.
Die neuen Vorhänge haben den Vorteil, dass sie jeweils zweigeteilt sind und sich an jedem Fenster nach links und rechts schieben lassen, so dass man nicht an einer Seite einen dicken Klumpen Stoff hängen hat …